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Eifeler Landschafts-Zerstörer

$Galloway-Wiese462x349.jpg Heimbach/Eifel, 30.11.2010
Unweit des Nationalparks Eifel liegt unterhalb des Rursee-Staudamms Schwammenaul ein 21.400 qm großes Grundstück, das in seiner bisherigen Naturbelassenheit als große Wiese mit sehr lockerem Baumbestand ein idyllisches Fleckchen Erde war (s. Bild rechts) und ein harmonischer und natürlicher Übergang im wahrsten Sinne des Wortes vom Rursee zum Rurtal hin bildete.

Obwohl dieses Areal bereits 1977 von der zuständigen Stadt Heimbach als Bauland ausgewiesen wurde, dachte kaum ein Heimbach-Hasenfelder Bürger bis 2009 daran, dass dieses schöne Gelände jemals bebaut werden würde. Wohl wurde man zwischenzeitlich aufgeschreckt, als durchsickerte, dass der Energieriese RWE ein Schulungszentrum dort errichten möchte. Weil das Gelände aber noch nicht erschlossen war und weil die Verhandlungen zwischen RWE und der Stadtverwaltung Heimbach sich zerschlugen, konnten die Hasenfelder Bürger sich wieder beruhigen.
Sie waren zu der Überzeugung gelangt, dass der Bürgermeister und die naturverbundenen Ratsmitglieder der Stadt ein eventuelles Bauprojekt nach mehrjährigem „Dornrösschenschlaf“ zu den Akten gelegt hatten.
Diese Ansicht wurde noch durch die Tatsache bestärkt, weil seit eh und je im Heimbacher „Stadtsäckel“ chronischer Geldmangel herrschte, um für die Schaffung der Infrastruktur möglicher Bauvorhaben auf dem besagten Grundstück zu sorgen

Der Status Quo des beschaulichen Wiesengeländes, auf dem inzwischen Rinder der Rasse Galloways weideten, sollte aber nach dem Millennium bald ein Ende haben. Im Jahre 2004 ging der langjährig amtierende Bürgermeister Pütz in Pension und sein Nachfolger wurde Herr Bert Züll.

Nun heißt es bekanntlich im Volksmund, dass sich ein junger Mann erst einmal die „Sporen verdienen“ muss.
Wahrscheinlich hatte Neu-Bürgermeister Züll auch so gedacht und sich frisch ans Werk gemacht. Da war doch noch das schlummernde Bauvorhaben bei Schwammenaul? Wahrscheinlich dachte sich Bürgermeister Züll, wenn er da was in Gang setzen könnte, würde sein Ansehen bei den Bürgern steigen und er hätte für die nächste Wahl einen Erfolg vorzuweisen, wer weiß.

Wie er dann in seinem Bestreben das niederländische Unternehmen Dormio kontaktieren konnte, entzieht sich meiner Kenntnis. Wie auch immer, diese Firma zeigte Interesse an diesem Gelände und plante, dort Ferienhäuser errichten, wenn man sich in Verhandlungen mit dem Rat der Stadt Heimbach auf einen Ankauf einigen würde.

Dieses Grundstück ging dann schließlich auch in den Besitz der Firma Dormio über. Mit „Resort Eifeler Tor“ war schnell ein Name für das Projekt gefunden. Im Jahre 2009 sollte schon mit dem Bau begonnen werden. Angeblich durchkreuzte die Finanzkrise den Baubeginn des 43 Millionen Euro teuren Projektes. Nachdem die Krise etwas abgeebbt war, verlautete Dormio, dass im April 2010 mit dem Bau begonnen werden sollte. Es hätten sich genügend kaufwillige Interessenten gefunden.

Bürgermeister Züll freute sich, dass 33 Jahre nach der Aufstellung eines Bebauungsplans nun am 23. April 2010 der erste Spatenstich für das 40-Millionen-Euro-Projekt erfolgte. Glaubt er doch allen ernstes, dass das Feriendorf im laufenden Betrieb ca. 60 Arbeitsplätze für Heimbacher Bürger bereithalten wird! Herr Züll sowie Regierungspräsident Hans Peter Lindlar, Dormio-Direktor Don van Schaik und andere Honoratioren, oder die sich dafür hielten, machten mit blitzblanken Spaten Bau: Bild 1 bis 10 den ersten Stich in die Erde des Geländes, das nun fortan den Baggern gehörte, die dann mit ihren großen Schaufeln gründlich und endgültig den Garaus des ehemals idyllischen Fleckchens machten. Aufgewühlt und zerschunden sah dieses Areal Monate später so aus: (siehe Bilder-Galerie: Das aufgewühlte Baugelände!) (klick ins Bild rechts)

2 Monate später hatte man erstaunlicherweise mit schmalen Sträßchen, Verlegungen von Wasser- und Abwasserleitungen sowie Elektrokabeln die Infrastruktur für weitere Bauvorhaben geschaffen. Gerüchte kursierten aber in Heimbach und Hasenfeld, dass dieses Werk erst nur durch eine Finanzierung aus EU-Mitteln möglich wurde.
Bis auf den heutigen Tag liegt dieses Gelände, das nun einem Braunkohlentagebau ähnlich sieht, so wie die Bagger es verlassen haben. Es steht bislang noch kein einziges Haus dort, noch nicht einmal ein Musterhaus für potenzielle Kaufinteressenten.

EifelerTor-Resort_02.JPG Die Firma Dormio schlägt zwar kräftig auf die Reklametrommel, indem sie u. a. in Schwammenaul ein riesiges Schild aufgestellt hat, auf dem das Feriendorf abgebildet ist, wie es künftig im fertigen Zustand aussehen soll.

Wann, wie und ob überhaupt jemals dort gebaut wird, das steht bis jetzt noch in den Sternen. Nicht wenige Hasenfelder Bürger glauben immer noch nicht, dass das Feriendorf einmal Wirklichkeit wird. Es gibt Beispiele in der Region, wo auch so ähnlich verfahren wurde wie in Hasenfeld, wo auch das Baugrundstück „umgepflügt“ wurde und dann der Bau der Ferienhäuser erst ein mal für 5 Jahre auf Eis gelegt wurde!

Wenn das Feriendorf trotz aller Bedenken der Bürger wirklich einmal fertig dort oben stehen sollte, kann es mit der Schönheit der ehemals naturbelassenen Landschaft niemals konkurrieren! Rat und Bürgermeister Heimbachs opferten ein gutes Stück der heimatlichen Natur, und dachten überhaupt nicht daran, dass die Natur das eigentliche Kapital der Stadt ist! Das „Kapital“, das die Touristen in erster Linie anlockt!

Welche Ignoranz wurde hier der eigenen Heimat entgegengebracht!


Dieses Fleckchen schöner Natur wurde ein für allemal zerstört. Das schafften die Landschafts-Zerstörer Anno 2010 im Heimbacher Rathaus mit ihrem Bürgermeister Züll an der Spitze!

Friedhelm Rubach


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03.12.2010: Im Forum finden Sie bereits den 1. Beitrag zu diesem Thema von Simone34 !


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