Wirtschafts-Aufschwung nach G8-Gipfel?

Heimbach-Eifel, 03.06.2003
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Der diesjährige G8-Gipfel ist heute (3.6.03) in Evian am Genfer See zu Ende gegangen. Wie immer nach solch einer Zusammenkunft, war das Ziel der mächtigen Politiker der 8 größten Industrienationen, Zeichen zu setzen und der Weltwirtschaft den Anstoß zum Aufschwung zu geben, der schon allzu lange auf sich warten lässt. Aber mehr als Signalwirkung kann und wird vom Gipfel der hochrangigen Politiker nicht ausgehen.

Ein Zitat von Wolf-Dieter Narr sagt eigentlich alles über das beschränkte Einwirken des G8 Gipfels auf die Wirtschaft aus:

"Gipfel sind zwar in erster Linie medienwirksame Zusammenkünfte mächtiger Staatsmänner, bei denen beschlossen wird, was ohnehin schon ausgehandelt ist Dennoch sind sie bedeutsam, denn sie sind Symbole von Macht und Politik. Insofern kann auch der Protest nicht danach trachten, die Gipfel politisch zu beeinflussen. Er kann nur den imaginierten Konsens brechen und damit die Symbolik."

Gleichwohl zeigten sich die Teilnehmer nach ihrer Konferenz im französischen Evian optimistisch, dass sich die Weltwirtschaft bald von ihrer schweren Krise erholen wird. Vor allem im Anti-Terror- Kampf beschlossen die G 8 verstärkte Maßnahmen und Kontrollen. Wie die USA wollen auch die Staaten der EU außerdem rund eine Milliarde Dollar in den weltweiten Fonds zur Bekämpfung von Aids, Malaria und Tuberkulose zahlen.

Der Gastgeber des Gipfels, der französische Staatspräsident Jacques Chirac, sagte, Entschlossenheit im Bemühen um Wirtschaftsbelebung zu zeigen, sei das zentrale Thema dieses Gipfels gewesen.

Drei Gründe für eine optimistische Entwicklung der Weltwirtschaft nannte der französische Präsident am Dienstag nach dem Ende des Weltwirtschaftsgipfels:

  1. Nach dem Ende des Irak-Krieges sei ein unsichere Lage beendet.
  2. Die Ölpreise seien deutlich gesunken, der Grund steht wieder im kausalen Zusammenhang mit dem Kriegsende im Irak.
  3. Die Entwicklung der Zinsen sei sehr positiv und könnte sich noch verbessern. Eine Deflationsgefahr sieht Chirac weder in Europa noch in den USA.

Damit sich die optimistische Prognose auch bewahrheitet, seien aber deutliche Reformen notwendig, heißt es in einer Abschlusserklärung am Dienstag. Sie forderten aber auch, dass der Grundsatz einer "guten Unternehmensführung" in den einzelnen Wirtschaften fortentwickelt, die Transparenz an den Finanzmärkten sowie die Marktdisziplin verbessert werden müsse.

Das Reformprogramm der Bundesregierung war bei dem Treffen am Genfer See ausdrücklich als Vorbild und Richtungsweisend gelobt worden, wie von deutscher Seite mitgeteilt wurde.

Nebenher waren Gesten der Versöhnung zwischen den Befürwortern und Gegnern des Irak-Krieges zu beobachten. Selbst der sonst als nachtragend charakterisierte George W. Bush gab dem deutschen Bundeskanzler Schröder wieder die Hand und die beiden wechselten wieder ein paar, wenn auch belanglose, Worte miteinander. Deutet sich da etwa ein Ende der Eiszeit zwischen den Beiden an?

Bild-Grau_C-right.jpg Am Ende des Gipfels sahen die Teilnehmer Licht am Ende des Tunnels der Wirtschaftskrise.
Die Geschichte wird es später lehren, ob die Bemühungen der 8 Staatsmänner gefruchtet haben, oder ob es nur beim Versuch blieb, den Aufschwung herbeizureden.

Obligatorisch zum Gipfel waren die Demonstrationen und Poteste der Globalisierungsgegner, die wieder, nicht nur in Evian und Genf, sondern auch in Barcelona und anderswo, in Gewalt ausarteten.

Friedhelm Rubach

 

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