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Reförmchen bringt Zahnweh!

Heimbach-Eifel, 23.07.2003
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Nach langen Konsensgesprächen sind sich die Verhandlungsführer von Regierung und Opposition in Sachen Gesundheitsreform im Grundsatz einig geworden. "Großes sei geleistet worden" verkündete SPD-Generalsekretär Olaf Scholz. Auch der Kanzler sprach von einem Ergebnis, "das sich sehen lassen kann". Unions-Chefin Angela Merkel hält den Kompromiss "für eine geeignete Grundlage" in der Gesetzgebung.

Was aber ist die nicht gefragte Meinung eines "gewöhnlich Krankenkassen-Pflichtversicherten"?

Der Berg kreißte und gebar ein Mäuslein.

Die Pharma-Industrie und die allgewaltige Krankenkassenvereinigung sind dank ihrer einflußreichen Lobby wieder einmal davongekommen. Nur die Spezies "Krankenkassen-Pflichtversicherter" muss wieder einmal Einschnitte und Einbußen hinnehmen. Der "dickste Hund" in dieser Reform ist die Privatisierung der Zahnbehandlung. Wie sich das in der Zukunft auswirken könnte, zeigt die folgende satirische Betrachtung.

zahnluecken.gif Unter all den Nationalitäten werden wir Deutschen in Zukunft wohl leicht auszumachen sein, wir brauchen nur den Mund aufzumachen; an den schlechten oder gar fehlenden Zähnen werden wir eindeutig als Deutsche identifiziert werden. Eine Fehlerquote bleibt allerdings bei diesem Identifikations-Quiz, es sei denn, es handelt sich um einen Deutschen, der als gut betuchter sich die Privatsache Gebiss-Renovierung oder Zahnersatz lässig leisten kann.

Mit dieser Identifikationstechnik könnte man leicht eine statistische Erhebung machen: "Wie hoch ist die Fehlerquote bei der Erkennung eines Deutschen an seinem Gebiss?" Meine Prognose: Die ermittelte Fehlerquote in unserer fiktiven Statistik wird prozentual gering ausfallen, weil die meisten Deutschen mit einem dick gepolsterten Konto sowieso schon außerhalb Deutschlands ihr Domizil aufgeschlagen haben und deshalb weder mit der Gesundheits-, noch mit der Steuerreform in der BRD etwas am Hut haben. Diese deutsche "Highsociety" hat sich längst von der Solidarität mit den minder bemittelten Landsleuten verabschiedet sind kaum noch als deutsche zu bezeichnen, deshalb folglich für unsere Statistik irrelevant.

Weiter in unserer "Statistischen Erhebung - Gebiss intakt bzw. zahnlos -", könnten die allerdings noch im Land verbliebenen Geldsäcke die Fehlerquote erhöhen, wie da sind: korrupte Beamte, die z. B. im Umgang mit Müll reich geworden sind, hoch dotierte "Nieten in Nadelstreifen", auch manchmal Manager genannt, die ganze Konzerne gegen die Wand fahren oder sich eine "feindliche Übernahme" mit etlichen Millionen honorieren lassen, und natürlich die Millionäre, die im Medienrummel oder beim Sport ihre Schäfchen ins Trockene gebracht haben. Aber die letztgenannten leben doch auch schon wieder zum Teil ganz oder teilweise im Ausland.

Nach dieser Zukunftsvision wird der deutsche "Normalbürger" so eine Art Kains-Mal im Munde tragen, weil er sich die immer teuer werdenden Zahnbehandlungskosten nicht mehr leisten kann.

Reichskanzler Otto von Bismarck, Begründer des deutschen Sozialstaats, er führte die Krankenversicherung (1883), Unfallversicherung (1884) und Altersversicherung (1889) ein, müßte dann in seinem Grabe rotieren.

Friedhelm Rubach

 

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