TV - Tummelplatz für Prominente

Heimbach-Eifel, 16.11.2003

Egal, welchen TV-Sender man einschaltet, sie sind auf allen Kanälen allgegenwärtig, die sogenannten "Promis".

   Was bedeutet eigentlich im tieferen Sinne dieses Wort? Es ist abgleitet vom Wort ‚Prominenz'. Schaut man im Wörterbuch nach, findet man dort unter "prominent" entlehnt aus l. [lateinisch] prominens (-entis), dem PPräs. von l. prominere 'hervorragen, hervortreten, bedeutend'.
Die Adjektive 'hervorragen, hervortreten' mögen ja noch auf die Figuren zutreffen, die uns wieder und wieder präsentiert werden, die da sind: Becker, Beckenbauer, Bohlen, Feldbusch, "Naddel", Schumacher & Co. Sie ragen und treten wirklich hervor aus der breiten Masse, aber nur, weil die Medien ihnen bereitwillig die Plattform dazu bieten. Aber die Eigenschaft bedeutend? Diese Eigenschaft steht ihnen in keiner Weise zu!

   Bedeutend finde ich im allgemeinen eine Person, die eine geistige oder praktische Leistung vollbracht hat, wovon auch die Allgemeinheit direkt oder indirekt einen Nutzen hat.

   Diese omnipräsenten "Promis" sorgen unter Mithilfe des Fernsehens nur für die eigene Publicity, damit sie als Werbeträger für irgendeine eine Ware, oder für ihr "literarisches Verbrechen" in Form eines Buches werben können und somit noch mehr Geld anhäufen können. Man kann ihnen nicht mal außerhalb des Bildschirms entgehen, ohne visuell belästigt zu werden, denn auf dem Deckel eines bestimmten Joghurtbechers grienst einem der Bohlenschädel entgegen. Dabei ist Halloween längst vorbei.

Bild-Grau_C-right.jpg Glauben die PR-Leute wirklich allen ernstes, dass die Produkte nur gekauft werden, weil zum Beispiel ein selbstverliebter blondgelockter Kerl nach allem grapscht, wo Haribo draufsteht? Nein, die Leute würden das Lakritz oder die Gummibärchen auch ohne die plärrenden Preisungen des Promis kaufen, so wie sie es schon früher getan hatten, als die Ware ohne die aufwändige Werbung noch erheblich preiswerter war! Apropos Thomas Gottschalk, der Entertainer ist ja nun wirklich kein Egoist, er lässt auch noch seinen Bruder an der Werbung für die gelbe Post mitverdienen, auf diesen Gag haben alle nur gewartet!

   Die Einnahmen aus dem lukrativen Werbegeschäft und dazu noch die Gagen aus "Wetten dass...?" fließen munter auf Gottschalks amerikanische Konten, sind also dem deutschen Fiskus entzogen. Böse Zungen haben Gottschalk deswegen schon als "Steuerflüchtling" tituliert.

   Steuerflüchtig sind aber die meisten der sogenannten Promis, der Ferrari-Rennfahrer aus Kerpen gehört u.a. auch dazu. Hat man erst einmal die zig-Millionen im Sack, wird man gern im Ausland aufgenommen. Nur sollte man dann auch so konsequent sein und seinen deutschen Pass abgeben, wenn man sich außerhalb der Solidarität mit deutschen Landsleuten stellt, denn die mit normalem Einkommen im Lande müssen treu und brav ihre Steuern abführen.

   Nun bin ich tatsächlich vom eigentlichen Thema abgekommen.
Es warten genug neue schräge Typen darauf, ebenfalls prominent zu werden, denkt man nur an das hampelnde, strampelnde Kübelböck, oder andere "Superstars", die Deutschland ach so dringend gesucht hat! Dagegen verblassen doch glatt die klassischen Persönlichkeiten wie Bach, Bismarck, Goethe & Co., unter denen auch  d e r  Beste gewählt werden soll. Leider sind die letztgenannten nicht mehr als lebendige, plärrende Werbeträger einzusetzen und die Wahl zum besten Deutschen wird wohl nur ein Ausrutscher der "öffentlich rechtlichen" gewesen sein.

   Beckmann, Kerner und N. Ruge werden schon dafür sorgen, dass die Promiseuche weiter um sich greifen kann.

   Und wie verhält es sich eigentlich mit dem so genannten 'Bildungsauftrag' des öffentlich-rechtlichen Fernsehens?

Friedhelm Rubach

 

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