Die Sintflut unserer Zeit

Heimbach-Eifel, 29.12.2004

Zur Jahrhundertkatastrophe

»Und die Sintflut war vierzig Tage auf Erden, und die Wasser wuchsen und hoben die Arche auf und trugen sie empor über die Erde. Und die Wasser nahmen überhand und wuchsen sehr auf Erden, und die Arche fuhr auf den Wassern. Und die Wasser nahmen überhand und wuchsen so sehr auf Erden, daß alle hohen Berge unter dem ganzen Himmel bedeckt wurden. Fünfzehn Ellen hoch gingen die Wasser über die Berge, so daß sie ganz bedeckt wurden. Da ging alles Fleisch unter, das sich auf Erden regte, an Vögeln, an Vieh, an wildem Getier und an allem, was da wimmelte auf Erden, und alle Menschen. Alles, was Odem des Lebens hatte auf dem Trockenen, das starb.
(DAS ERSTE BUCH MOSE (GENESIS) Kapitel 7, Vers 10-16)«


Bild-Grau_C-right.jpg Als sich im Indischen Ozean die Wassermassen zu gigantischen Wellen auftürmten, wurden die Menschen in Südostasien von niemandem gewarnt, nicht von einem High-tech-Warnsystem, wie es bereits im Atlantik besteht, noch von Seismologischen Stationen, die eigentlich das Seebeben registriert haben mussten. So brachen die Wassermassen dann mit elementarer Gewalt über das Land herein und töteten über Hunderttausend Menschen, zerstörten über zwei bis vierhundert Metern landeinwärts alles, was der gewaltigen Woge im Wege stand, Urlaubsparadiese am Strand, aber auch die Häuser, Hütten und das armselige Hab und Gut der einheimischen Bevölkerung.

Bild-Grau_C-right.jpg Es wurde auch kein Mensch von Gott auserwählt, wie er weiland den Noah auserwählte und ihn mit den Seinen und Tierpaaren die biblische Sintflut in der Arche überleben ließ - siehe oben den Auszug aus dem ERSTEN BUCH MOSE (GENESIS),

Der Vergleich der Flutkatastrophe vom 26. Dezember 2004 mit der biblischen Sintflut hinkt zwar im physikalischen Ablauf, unsere Jahrhundertflut kam sozusagen von unten -Auslöser das Seebeben- während die Sintflut durch eine lange Regenperiode entstand.

Vor Urzeiten wollte der erzürnte Gott die sündige Menschheit bestrafen und außer der Noah-Sippe die Sünder hinwegraffen. So ergab die Sintflut noch einen Sinn, wenn er auch für "normale" Gläubige schwer nachvollziehbar ist, denn auch damals mussten unschuldige Kinder und Tiere sterben.

Bild-Grau_C-right.jpg Die Frage nach dem Sinn unserer Jahrhundertkatastrophe kann wohl niemand beantworten. Für die Katastrophe am 11. September 2001 in NY konnte man noch die Attentäter verantwortlich machen, da wurde uns gleich ein Feindbild mitgeliefert, das man in der Trauer zugleich auch hassen konnte.

Die asiatische Sintflut ergibt keinen Sinn, die Todesopfer, die Verletzten, das unvorstellbare Leid der Hinterbliebenen ist schlicht sinnlos. Ein Zitat aus "DIE ZEIT" vom 31.12.2004 :

» Was nach dieser unverschuldeten Heimsuchung bleibt, ist am Ende nur das hilflose Entsetzen - und die tätige Hilfe für die Überlebenden.«

Bild-Grau_C-right.jpg Einige Lehren könnte man aus diesem Super-Gau der Natur ziehen: Wir Menschen sind nicht die Spezies, die sich alles untertan machen kann, nicht die Natur, nicht unseren Globus, wo wir drauf und dran sind, ihn zu vermüllen, zu verpesten und zu verschandeln, und schon gar nicht das Universum, wo wir auf unserem (noch) blauen Planeten nur ein winziges Stäubchen im All sind.

Uns bleibt die Erkenntnis, wie verletzlich und oft auch hilflos wir manchmal den Urgewalten der Natur ausgeliefert sind. Wenn wir Menschen diese Tatsache akzeptieren, können wir bei solch katastrophalen Ereignissen uns auf das beschränken und auf das Besinnen, was z. B. die Ameisen oder Bienen uns in hervorragender Weise vorleben, einander helfen und zusammenstehen, denn die Welt ist ein Dorf, und Südostasien liegt nicht in unerreichbare Fernen.

Last uns das Bedenken, denn wer weis schon, ob es uns eines Tages nicht selbst treffen kann und wir dann auf fremde Hilfe angewiesen sind.

Friedhelm Rubach

Spenden für die Flutopfer können wir auf folgende Konten überweisen:

DRK-Spendenkonto: 41 41 41
Bank für Sozialwirtschaft
BLZ 370 205 00
DIAKONIE-Spendenkonto
Konto 502 707
BLZ 600 100 70
Malteser Spendenkonto 120 120 120
Bank für Sozialwirtschaft
BLZ 370 20 500

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