Warnung: Timesharing-Betrüger!
Heimbach-Eifel, 31.12.2005

Eine schmerzliche Erfahrung auf Teneriffa!

Dieb-klein.jpg Dieser Artikel soll eine Warnung und Abschreckung vor hundsgemeiner Abzocke und skrupellosen Betrugsversuchen sein, die in der schönsten Zeit des Jahres, im Urlaub auf den ahnungslosen Touristen lauern. Insbesondere versuchen Abzocker und Betrüger auf dem Gebiet Timesharing, mit raffinierten Methoden an das Geld anderer Leute zu gelangen.

Sowohl vor unlauterem Verkauf, wie auch angeblichen Ankauf von Timesharing Objekten muss dringend gewarnt werden!


Lesen Sie, welch schlechte Erfahrung meine Frau und ich in jüngster Zeit auf Teneriffa gemacht und dabei viel Geld verloren haben. Ich benutze meine Website als Plattform, diese Gauner öffentlich an den Pranger zu stellen, damit denen hoffentlich und endlich das üble Handwerk gelegt werden kann. Es werden in diesem Artikel Ross und Reiter genannt, dabei ist es mir selbst zweifelhaft, ob diese Namen uns nur vorgetäuscht oder tatsächlich real waren.

In den letzten Oktobertagen 2005 bekamen wir einen Anruf aus dem fernen Teneriffa. Eine Frau Sieglinde Weiß von der Firma "Marketing Gesellschaft VACACIONES CANARIAS" fragte bei uns an, ob wir unsere Ferienwohnrechte (Time-Sharing) verkaufen wollten. Woher die Frau unsere Telefonnummer und unsere Ferienwohnrechte wusste, bleibt ihr Geheimnis. Die Marketing Gesellschaft "VACACIONES CANARIAS" wollte meiner Frau und mir einen angeblichen Käufer unserer Ferienwohnrechte vermitteln.

Da wir schon öfter mit dem Gedanken spielten, unsere Time-Sharing-Rechte zu verkaufen, baten wir uns Bedenkzeit aus.

Frau Sieglinde Weiß sagte uns, dass sie in ca. einer Woche noch einmal anrufen wollte, wie wir uns entschieden hätten.

Meine Frau und ich hatten natürlich erhebliche Bedenken, ob dieses Angebot seriös war. Frau Weiß meldete sich tatsächlich wieder telefonisch und beteuerte mit ihrem schwäbischen Tonfall, dass sie selbst ehrlich und auch VACACIONES CANARIAS integer wären. Als Beweis für ihre Seriosität sandte sie uns per Email-Anhang eine Kopie vom Handelsregister Madrid, der den Eintrag von VACACIONES CANARIAS belegte. Bedingung der VACACIONES CANARIAS, wir hätten vorab eine sogenannte Sicherheitsgebühr in Höhe von 790 Euro an VACACIONES CANARIAS zu leisten!

Trotz des Risikos, hereingelegt zu werden, gingen wir denn auf das Angebot der VACACIONES CANARIAS ein. Unser Bewegrund: Im fortgeschrittenen Alter wollen wir keine Fernreisen mehr machen und deshalb versuchen, unsere Timesharing-Rechte zu verkaufen.

IMG_104491klein.jpg Die Verhandlungen zwischen dem Kaufinteressenten und uns konnten lt. Frau Weiß allerdings nur auf Teneriffa stattfinden. VACACIONES CANARIAS stellte uns "kostenlos" ein Appartement in der Anlage "Ten Bels" im Ort Las Galletas für 7 Tage zur Verfügung. Allerdings war eine "Sicherheitsgebühr" von 790 Euro zu überweisen. Das war aber noch nicht alles an Kostenaufwand, was wir zu leisten hatten, dazu mussten wir noch 656 Euro für den Hin- und Rückflug aufbringen. Alle unsere Kosten sollten wir beim Verkaufsabschluss erstattet bekommen, so VACACIONES CANARIAS. Einen Verhandlungstermin mit dem Kaufinteressenten "OPTION OCEANE S.L Urb." hatte man uns auch schon genannt, es sollte der 24.11. um 10 Uhr in FANABE sein. So flogen wir am 19.11.05 um 6:10 Uhr von Köln-Bonn nach Teneriffa. Dort wurden wir, wie versprochen, von Frau Paula am Flughafen Reina Sofia empfangen und mit dem Auto zum Appartement 351 in der Anlage "Ten Bels" gefahren.

IMG_1553klein.jpg Das Appartement erwies sich als sehr geräumig und war im Großen und Ganzen sehr zufrieden stellend. Wir hatten uns vorgenommen, die freien Tage bis zum 24.11. unseren "Geschäftsurlaub" so angenehm wie möglich zu verbringen, was wir denn auch in die Tat umsetzen wollten. Unsere, immer noch vorhandenen Bedenken, waren fast zerstreut.

Zur Wahrnehmung des Termins mit "OPTION OCEANE S.L Urb." am 24.11.2005 fuhren wir mit dem Taxi nach Fanabe (Nähe "Playas las Americas"). In Erwartung eines großzügig und komfortabel ausgestatteten Verhandlungsraumes im "Terrazas Gran Duque Hotel" entpuppte sich die "noble" Adresse Vis a Vis vom Hotel als einfaches Haus mit einem kleinen, spartanisch eingerichteten Büro. Uns empfing eine Frau, die deutsch sprach und stellte sich als Dolmetscherin vor, die uns dann mit einer sogenannten "Notarin" bzw. "Juristin" (Name undeutlich gesprochen) bekannt machte, die nur französisch redete.

Wir nahmen dann vor dem Schreibtisch der angeblichen Juristin Platz, die sofort mit einem Wortschwall auf uns einredete, sodass die Dolmetscherin mit der Übersetzung ins Deutsche Mühe hatte. Die Juristin gab uns zu verstehen, dass sie im Auftrage einer Holding tätig ist, die im großen Stil Ferienwohnrechte aufkauft. Auf einem Blatt Papier skizzierte sie symbolisch die Holding in einem Kreis, den sie wiederum in einzelne Segmente aufteilte, die die Firmen darstellen sollten, die alle dieser ominösen Holding angehören sollten. Der Reiseveranstalter TUI sollte auch Teil der Holding sein.

Nach weiteren wilden Zeichnungen mit Kreisen, Pfeilen usw. teilte sie uns dann mit, dass der Holding schon 25 % der Ferienwohnungen im "Club La Costa" gehörten und nur noch 1% zur nötigen Majorität fehlten. Da wir ein Ferienwohnrecht bei "Club La Costa" besitzen, sollten wir uns doch beeilen, dass wir noch schnell unser Timesharingrecht zu einem günstigen Preis an die Holding verkaufen könnten. Sie nahm eine Liste zur Hand, auf der auch unsere Ferienwohnrechte sowohl beim "Club La Costa" als auch bei "Nerja Owners" mit Kaufwerten in Euro verzeichnet waren. Sie errechnete so einen Verkaufspreis von sage und schreibe 46.700 Euro aus, den wir erhalten sollten, wenn wir unsere Rechte an die Holding abtreten. Dieser Preis erschien uns sofort suspekt, da nach unserem Wissen der Wert unserer Ferienwohnrechte viel zu hoch angesetzt war.

Wir fragten, wie denn das Geschäft abgewickelt werden sollte. Die Frau gab zur Antwort:

"Nach einem abgeschlossenen Vertrag mit der Holding können Sie nach 2 bis 5 Monaten mit der Überweisung des Betrages auf Ihr Konto rechnen. Erst nach Eingang des Geldes senden Sie Ihre Urkunden über Ferienwohnrechte per Post ab."

Dieser Vorschlag erschien uns, abgesehen von der utopischen Höhe der Verkaufssumme, seriös. Auf unsere Frage, warum wir das Geld erst nach 2 bis 5 Monaten bekämen, folgte lang und breit eine Erklärung der "Juristin":

Bei unserem Erwerb der Ferienwohnrechte vor 10 Jahren sollten diese Geschäfte in einer Grauzone gemacht worden sein, die an dem spanischen Fiskus vorbei liefen und selbst auch die Ferienwohnrechte keinen Eintrag in die Grundbücher fanden. Das alles wollte die Holding in der Zeit nachholen, damit alles seine Ordnung habe.

Diese Erklärung schien auf den ersten Blick plausibel zu sein, so dass wir diese Geschäfts-Prozedur O.K. fanden. Später fiel meiner Frau jedoch ein, dass wir vor Jahren schon von den Betreibern der Ferienanlagen mitgeteilt bekamen, dass nach langen Verhandlungen mit den spanischen Behörden die Grundbuch-Einträge längst gemacht worden waren!

So weit so (noch) gut!

Nun wechselte unsere Verhandlungspartnerin ihre Strategie: Aufgrund der damaligen angeblich unseriösen Geschäfte mit den Ferienwohnrechten wollte man (wer auch immer) sich absichern, indem der Käufer, also wir, vorab 15.000 Euro leisten sollte!

Diese Worte schlugen wie eine Bombe ein und uns verschlug es erst einmal die Sprache!

Die Wirkung ihrer Worte auf uns erkannte die Frau und wollte uns beschwichtigen, indem sie unsere Kosten, die wir mit der Anreise schon hatten, von dieser Summe abzog, worauf wir dann nur (!) noch 13.700 Euro vorab zu leisten hätten. Auch würde uns diese Summe nach 2 Jahren, nein, schon nach einem Jahr, da wir über 60 Jahre alt waren, erstattet.

Die Frau legte aber gleich noch mal nach:

Zusätzlich müssten wir aber noch jeden Monat 62 Euro zahlen! Als Gegenleistung könnten wir jedes Jahr dann eine Reise machen. Gleichzeitig machte sie uns aber darauf Aufmerksam, dass nach der Zahlung der 13.700 Euro und der monatlich fälligen 62 Euro uns nicht einmal eine Kleinigkeit gehören würde. Das war natürlich der Gipfel der Impertinenz! Geschockt von dieser Dreistigkeit waren wir zunächst weiter sprachlos und zudem enttäuscht!

Meine Frau und ich waren auf Anraten der Frau Sieglinde Weiß von VACACIONES CANARIAS in Las Chafiras nach Teneriffa, geflogen, um zu Verkaufen; und nicht vorab erst 13.700 Euro für dubiose, gegenstandslose Dinge zu zahlen, die wir in einem Jahr erst wieder zurück bekommen sollten. Dieses Ansinnen war denn doch zu durchsichtig auf Betrug angelegt! Glaubte diese Frau allen Ernstes, wir wären so blauäugig und naiv?

Wir brachen daraufhin die Verhandlungen ab und verließen zutiefst enttäuscht über die miesen Geschäftspraktiken und des dreisten, unmoralischen Charakters dieser Frau, das Büro.

Erst auf dem Weg zu unserem Appartement überkam uns die Wut, dass man uns derart dreist hereinlegen wollte! Am liebsten wären wir umgekehrt und hätten dieser Frau unsere Meinung an den Kopf geworfen, wenn nicht schlimmeres!

Wir verbrachten unsere restlichen 2 Tage in keiner guten Stimmung bis zum Flug nach Hause.

Von zu Hause sandte ich eine E-Mail mit einem kurzen Bericht unserer Verhandlung mit "OPTION OCEANE S.L Urb.", wo man uns in infamer Weise betrügen wollte. Nach zwei Tagen hatte ich noch keine Antwort von Frau Weiß und rief deshalb nach Teneriffa an. Frau Sieglinde Weiß entschuldigte sich damit, dass auf Teneriffa infolge eines Sturmes der Strom ausgefallen war. "Herr Rubach, ich bin wirklich entsetzt, was ihnen widerfahren ist!" waren ihre Worte am Telefon und es schien, als ob sie selbst schockiert war. Ich schilderte nochmals unsere schlechte Erfahrung vom Verhandlungstag und verlangte von VACACIONES CANARIAS in Las Chafiras unsere geleistete "Sicherheitsgebühr" von 790 Euro zurück. Frau Weiß versicherte mir, dass sie das nicht entscheiden könne, wollte aber ihren Chef von dem Vorfall informieren und vertröstete mich mit einem Anruf auf die nächste Woche.

Tatsächlich rief Frau Weiß in der Folgewoche an, nur um abermals einen Aufschub von 14 Tagen zu erbitten. In der Hoffnung, dass sich doch noch alles zum Guten wenden würde, ging ich darauf ein.

Wieder wurden wir getäuscht, denn die 2-Wochenfrist verging, ohne dass Frau Sieglinde Weiß von VACACIONES CANARIAS sich je wieder gemeldet hat!

Die Moral von der Geschichte: Vertraue keinem fremden "Geschäftspartner" und Leiste niemals ein Vorauszahlung ohne Gegenleistung! Betrüger und Gauner gibt es überall auf der Welt, insbesondere im Timesharing-"Geschäft"!

Selbst die wirklich vertrauenerweckende und jovial scheinende Person Sieglinde Weiß (echter Name?) war eine ausgekochte Schwindlerin und Betrügerin!

Wir wurden von VACACIONES CANARIAS unter dem Vorwand nach Teneriffa gelockt, das wir unsere Timeshare-Rechte zu einem günstigen Preis verkaufen könnten. Diese Aktion hat uns mit der "Sicherheitsgebühr" und Flug Summa Summarum 1.446 Euro gekostet. Gut, wir waren 7 Tage kostenfrei im Appartement untergebracht. Aber, ein Urlaub auf Teneriffa, verbunden mit Reisestrapazen, war in 2005 nicht eingeplant!

exclame.gif exclame.gif     Warnung  

Dringend gewarnt werden muß vor der einschmeichelnden Art und Weise, der mit schauspielerischem Talent vorgetäuschten Ehrlichkeit und vor allem vor diesen Namen: VACACIONES CANARIAS, Sieglinde Weiß und der "Juristin" von der angeblichen Firma "OPTION OCEANE S.L Urb.". Sie alle soll der Teufel holen!

Friedhelm Rubach


Im Forum finden Sie bereits einen Gastbeitrag zu diesem Artikel!"


Mich würde es sehr freuen, wenn dieser Artikel ein Leser-Echo im Forum hervorrufen würde. Scheuen Sie sich nicht, Kommentare und auch Kritiken sind immer willkommen.

Es ist bereits zu diesem Artikel ein Gast-Beitrag im Forum geschrieben worden! Weitere sind erwünscht!
Oder sieht der Leser dieses Artikels das anders?
Zu diesem, oder zu einem völlig anderen Thema, wird dem Leser Gelegenheit gegeben, seine eigene Meinung hier verbreiten zu können, nämlich im Forum-Romanum

TOP

Zurück zur Hauptseite