Super-Gau im Golf
Heimbach-Eifel, 11.05.2010

Bild-Grau_C-right.jpg Als am 20. April im Golf von Mexiko die Bohrinsel "Deepwater Horizon" explodierte, in Brand geriet und zwei Tage danach die Plattform versank, da begann eine der größten Umweltkatastrophen weltweit. Seither strömen täglich schätzungsweise über 800.000 Liter Öl aus und bedrohen die Küstengebiete der US-Bundesstaaten Louisiana, Texas, Alabama, vielleicht auch noch Georgia und Florida.
Bild-Grau_C-right.jpg Ein schmutzig brauner Ölteppich riesigen Ausmaßes kann zur Zerstörung schützenswerter Naturgebiete und Vernichtung allen tierischen Lebens in dieser Region führen. Alle Versuche, das Ausströmen des Öls aus dem offenen Bohrloch in 1.500 Meter Tiefe sind bisher gescheitert. Auch der Einsatz, mit einer Stahlglocke das Leck zu verschließen, ist fehlgeschlagen. Menschen können in dieser großen Meerestiefe nicht arbeiten, der enorme Druck unter Wasser würde jeden Menschen, auch mit einer Taucherausrüstung, im nu zerquetschen.
Nun will man den Teufel mit dem Belzebub austreiben, indem man mit Flugzeugen Chemikalien auf den Ölteppich sprüht. Die Herstellerfirma Nalco, die die Chemikalie Corexit zur Behandlung des Ölteppichs einsetzt, veröffentlichte quasi den „Beipackzettel“ dieser Chemikalie: Bild-Grau_C-right.jpg Danach sollen die Inhaltsstoffe nur eine "moderate" Gefahr für Menschen bedeuten, Entzündungen von Augen, Haut und Lunge sind aber möglich! Von einer Unverträglichkeit des Mittels für die Tierwelt ist aber nicht die Rede, wie immer, wird darauf keine Rücksicht genommen.

Auf der Jagd nach dem schwarzen Gold ist den Öl-Multikonzernen wie BP (British Petroil)oder Chevron jedes Mittel recht, um damit horrende Gewinne einzufahren. Die Erhaltung und Schutz der ohnehin gebeutelten Natur ist diesen Raffkes schnuppe. Selbst die US-Regierung hat die unverantwortlichen Öl-Bohrungen in diesen 1.500 Meter Tiefen ohne Bedenken zugelassen. Das blinde Vertrauen, das in das reibungslose Funktionieren der modernen Hightech gesetzt wird, ist wohl grenzenlos.
Dabei müsste eigentlich die Erfahrung aus dem atomaren Super-Gau von Tschernobyl in der Ukraine am 26. April 1986 reichen, um zu erkennen, dass das, was passieren kann, irgendwann auch passiert! Bild-Grau_C-right.jpg Sei es durch Fehler in der Technik und/ oder auch durch menschliches Versagen, wie im Falle Tschernobyl.

Warum hat haben die Manager von BP nicht für den Fall eines Unglücks vorgesorgt? Sie wussten doch, dass in diesen Tiefen auf dem Meeresboden kein Mensch überleben kann. Erst nachdem die Bohrinsel versunken war und das Öl in riesigen Mengen aus dem Leck ausströmte, dachte man nach Tagen des Nichtstuns daran, eine Stahlglocke über das Bohrloch zu stülpen und das Öl dann abzusaugen, was bekanntlich nicht gelang.
Für den Fall eines Falles mussten geeignete Geräte für Rettungsmaßnahmen schon bereitstehen, aber das erschien dem Konzern wohl überflüssig und vor allem zu kostspielig !
Man handelte nach dem Motto, wie auch die Befürworter der Atomkraftwerke argumentieren: Diese Werke sind zu 100 Prozent sicher! Lachhaft und äußerst fahrlässig diese Haltung!

Den Konzern Chevron lassen die aktuellen Ereignisse offenbar völlig kalt: Ungeachtet der Katastrophe im Golf begann Chevron Canada mit den Arbeiten am bislang tiefsten Ölbohrloch vor der kanadischen Küste. Nach Angaben des Unternehmens finden die Bohrungen für Lona 0-55 vor der Küste Neufundlands in 2,5 Kilometern Wassertiefe statt! Das verschlägt dem umweltbewussten Bürger glatt die Sprache und dazu fällt ihm nichts mehr ein!

Den Energie-Konzernen geht es in erster Linie nur darum, die Aktionäre mit satten Gewinnen zu versorgen und bei Laune zu halten! Diese Hasardeure und Spekulanten der Wirtschaft denken nur daran, den eigenen Geldsegen noch mehr zu vergrößern. Dass die Natur dabei vor die Hunde geht, kümmert sie wenig. Sie haben im Hinterkopf: mit Geld lässt sich alles auf der Welt erreichen. Umwelt und Natur, das bedeutet für die Großkapitalisten überhaupt nichts!
Bild-Grau_C-right.jpg Weit gefehlt, ihr Leute mit den Dollarzeichen in den Augen, die Natur schlägt irgendwann zurück, denn ihr seid selbst ein Teil von ihr, nur habt ihr euch zu weit von ihr entfernt und sägt selbst den Ast ab, auf dem ihr und wir alle sitzen!
Spätestens dann, wenn ihr alle Ressourcen ausgebeutet, die Natur zerstört und Tierarten ausgerottet habt, wird die Natur sich rächen und die Menschheit vernichten! Auch die Unschuldigen müssen dann daran glauben, die das alles nicht gewollt hatten!

Vielleicht wird sich die Menschheit eines Tages besinnen und diese Naturfrevler im Zeichen des schnöden Mammons hinwegfegen!

Friedhelm Rubach


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