In Amt und Würden ?

Heimbach/ Eifel, 12.01.2012
Bild-Grau_C-right.jpg Der Wirbel um den Bundespräsidenten reißt nicht ab. Seitdem Christian Wulff im Juni 2010 die Wahl zum Bundespräsidenten gegen Joachim Gauck gewonnen hat, ist er „in Amt und Würden“! Im Amt zwar, jedoch mit Würde?
Die Würde des Bundespräsidenten fing Ende 2011 gewaltig zu bröckeln an, als bekannt wurde, dass Wulff schon als Ministerpräsident des Landes Niedersachsen einen Kredit in Höhe von 500.000 Euro von der Unternehmer-Familie Geerkens zu günstigen Konditionen für die Beschaffung eines Hauses aufgenommen hatte.

Nach und nach kamen weitere Vergünstigungen für Wulff von so genannten Freunden ans Tageslicht, die Wulff den Verdacht der "Vorteilnahme im Amt" einbrachten.

Die Medien griffen das Thema „Affäre Wulff“ natürlich auf, recherchierten, sodass sie Einzelheiten von Wulffs Praktiken veröffentlichen konnten. Wulff drohte sogar per Telefon dem Chefredakteur Diekmann der Bild-Zeitung mit „rechtlichen Konsequenzen“ bei weiteren Enthüllungen.
Danach versprach Wulff in einem Interview im Fernsehen, rückhaltlose Transparenz in diese Angelegenheit zu bringen und die 400 Fragen und Antworten zu seiner Kreditaffäre ins Netz zu stellen. Dieses Versprechen hat er aber nicht gehalten, denn seine Anwälte machten einen Rückzieher.

Tricksen, täuschen und tarnen nach bekannter Gutsherrenart ala Guttenberg, das sind die Taktiken Wulffs in dieser Affäre!
Das ist eines honorigen, ehrenhaften Bundespräsidenten unwürdig, er beschädigt damit dieses Amt ganz gewaltig! Er beweist auch, dass er für dieses Amt nicht taugt. Aber nie ist es einem Bundespräsidenten so wenig peinlich gewesen, Mittelpunkt einer ehrenrührigen Debatte zu sein wie Christian Wulff!

Merkel.Angela-selbst erstellt221x165.jpg Auf den ersten Blick ist die Haltung der Kanzlerin, die Wulff volle Rückendeckung mit den Worten gibt: „… der Bundespräsident hat meine uneingeschränkte Wertschätzung“, unverständlich. Wenn man aber bedenkt, dass Angela Merkel die Politik und Strategie ihres Mäzen Helmut Kohl sehr gut verinnerlicht und übernommen hat, so ist ihre Haltung zu verstehen. Ein vom Amt des Bundespräsidenten zurückgetretener Christian Wulff wäre für die Wahl eines Kanzlerkandidaten eine große Konkurrenz für die Kanzlerin, so war er es vor seiner Wahl auch schon!
Aus diesem Grund hat Merkel sich mit der Union so vehement für die Wahl Wulffs als Bundespräsident eingesetzt, damit sie diese Konkurrenz nicht mehr zu fürchten braucht! Das ist eindeutig die Handschrift des ehemaligen Kanzlers Helmut Kohl, der diese Strategie meisterhaft beherrschte!
Das sind die wahren Beweggründe, die nicht nur die Kanzlerin, sondern sehr, sehr viele Politiker antreibt, in der Karriere ganz nach oben zu kommen! Unverholen soll sich ein Politiker geäußert haben, der in einer Tafelrunde ausrief: „Das ist, was uns antreibt, Macht und Gier“!
In diesen Kreisen haben da Wertschätzungen, Würde und Ehre keinen Platz mehr!
Selbst die Kanzlerin entlarvt sich mit ihrer „Wertschätzung“ über Wulff selbst, denn so tief ist das Niveau der „Wertschätzung“ gesunken, dass Redlichkeit, Ehre, Anstand und Würde nicht mehr gewertet werden! So demontiert man auch die „christlichen Werte“, falls es die je in Reinkultur gegeben hat.
Das ist alles so perfide, traurig, schnöde und schrecklich, wenn das ein Abbild unserer politischen Gesellschaft ist…
Bei diesen Verhaltensweisen, die sich in Politik und Wirtschaft offenbaren, da überkommen dem so genannten „kleinen Mann“ das Grausen und er wendet sich von der Politik ab und geht nicht mehr zur Wahl.

Friedhelm Rubach


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