Landrat Spelthahn ab 9.4.2013 auf der Anklagebank!
Bild-Grau_C-right.jpg Heimbach/ Eifel, 09.01.2013

Nach fast fünfmonatiger Prüfung teilte das Amtsgericht Düren am 8. Januar 2013 mit, dass die Anklage gegen den Landrat Spelthahn wegen Untreue im Amt in vollem Umfange zugelassen wird.
Damit wird das Hauptverfahren am 9. April d. J. vor dem Schöffengericht in Düren eröffnet. Das Amtsgericht hat zunächst 6 Verhandlungstage angesetzt.

Zusammen mit Spelthahn wird der ehemalige Geschäftsführer der früheren Gesellschaft für Wirtschafts- und Strukturförderung im Kreis Düren (GWS), Michael Müller, angeklagt. (siehe auch den Artikel „Landrat unter Anklage“ vom 19.08.2012)

Spelthahn soll laut Anklage in seiner Funktion als damaliger Aufsichtsratsvorsitzender der GWS dem damaligen Geschäftsführer Müller zwischen 2004 und 2008 zwei Mal Vorauszahlungen auf Tantiemen angeboten und deren Auszahlung bewilligt haben, die Müller laut Arbeitsvertrag nicht zugestanden hätten. Nach Angaben des Aachener Oberstaatsanwalts Robert Deller soll es sich „um höhere fünfstellige Summen“ handeln.

In einem dritten Fall soll Müller sich 25 000 Euro Tantiemen selbst bewilligt und ausgezahlt haben. Zudem will die Staatsanwaltschaft Beweise dafür zusammengetragen haben, dass die ausgezahlten Tantiemen gemäß Arbeitsvertrag – also im Verhältnis zu den erwirtschafteten Umsätzen der GWS – „um ein Vielfaches zu hoch gewesen“ seien. Man muss in diesem Zusammenhang wissen, dass die GWS bereits wegen Unrentabilität und Erfolglosigkeit 2010 aufgelöst wurde.

Was der Verfasser dieses Artikels vom Charakter des Wolfgang Spelthahn hält, hat er im hier erschienen Artikel „Landrat unter Anklage!“ bereits am 19.08.2012 geschrieben.

Spelthahn wäre nicht Spelthahn, wenn er trotz des Prozesses und der schweren Anschuldigungen gegen ihn auf die Präsenz in den Medien verzichten würde! Im Gegenteil, ihm ist diese, eigentlich widrige Sache, wieder eine willkommene Gelegenheit, seine Person und sein Ego ins Licht der Öffentlichkeit zu rücken. Allen Ernstes gibt er öffentlich von sich, Zitat: „…ich freue mich, dass es endlich ein Datum gibt, an dem ich meine Position ausreichend darlegen kann….“ Und weiter sagte er einem Journalisten der Dürener Zeitung: „Da ich ein vollkommen reines Gewissen habe und auf den Rechtsstaat vertraue, bin ich fest davon überzeugt, dass sich die gegen mich erhobenen Vorwürfe als haltlos erweisen und ich am Ende des Verfahrens vollständig rehabilitiert sein werde.“

W. Spelthahn mag ja aus seiner Sicht ein reines „Gewissen haben“, denn nach all den Korruptären Vorfällen im Lande scheint das Niveau der geschäftlichen wie politischen Korrektheit allgemein auf ein Niveau gesunken zu sein, das dem einer „Bananenrepublik“ in der so genannten dritte Welt gleich kommt!

Der Noch-Landrat ist so von sich und seinem Tun überzeugt, dass er wahrscheinlich schon an Realitätsverlust leidet. Ein „Otto Normalverbraucher“ und bis dato normal redlicher Mensch würde sich im stillen Kämmerlein verkriechen und seiner erstmaligen Missetat schämen, wenn die Staatsanwaltschaft Anklage gegen ihn erhoben würde.

Nicht so Wolfgang Spelthahn, er haut medienwirksam noch auf die Pauke, als ob alle Welt und ins besondere die Staatsanwaltschaft ihn verkennen und ihm Unrecht antun würde!

Erste Konsequenzen hat die Zulassung der Anklage dennoch für Spelthahn: Er hat seine Mandate als Vorsitzender des Sparkassen-Verwaltungsrates und als Mitglied der Zweckverbandsversammlung niedergelegt. Die Bezirksregierung hat auch reagiert, sie will nach Eingang der Anklageschrift prüfen, ob Wolfgang Spelthahn seine Aufsichtsratsposten in diversen (!) anderen Gremien weiter wahrnehmen darf.

Die Grünen im Kreis Düren meinen: „Spelthahn ist eine Belastung für den Kreis“ und fordern den Landrat zum Rücktritt auf.

Wie man aber allgemein Politiker einschätzt, haben sie für Rücktrittsforderungen taube Ohren, weil damit ihre Einnahme-Quellen geschmälert würden! Nur darum geht es ihnen, auf Kosten des Steuerzahlers sich zu bereichern und sich die lukrativen Pensionsansprüche zu sichern! Siehe z.B. nur die Affäre um den ehemaligen Bundespräsidenten Christian Wulf!

Friedhelm Rubach


nach oben Oder hat der Leser dieses Artikels eine andere Meinung?
Zu diesem, oder zu einem völlig anderen Thema, wird dem Leser Gelegenheit gegeben, seine eigene Meinung hier verbreiten zu können, nämlich im Forum


TOP

Zurück zur Hauptseite