Betreuung = Entmündigt!
Heimbach/ Eifel, 08.02.2013

Bild-Grau_C-right.jpg Die ARD-Sendung " Menschen bei Maischberger" konnte einen bisher ahnungslosen Bürger schon erschrecken! Die bekannte Talkshow mit dem Titel: "Entmündigt - Wenn Betreuung zum Albtraum wird" hatte es in sich! BF hat versucht, die wichtigsten Passagen daraus zu erfassen und wiederzugeben. In der Sendung am 5. Februar 2013 griff die bekannte Journalistin und Moderatorin das sehr brisante Thema „Betreuung pflegebedürftiger Menschen“ auf.

Entmündigt - Wenn Betreuung zum Albtraum wird

Die Moderatorin Sandra Maischberger begann mit den einleitenden Worten: "Stellen Sie sich vor, im Alter, Sie können plötzlich nicht mehr über Ihr Leben bestimmen. Zum Beispiel nicht mehr bestimmen, wo Sie wohnen, oder ob Sie Geld von Ihrem Konto abheben, so viel, weil ein Gericht Sie entmündigt hat. Entmündigungen gibt es eigentlich im juristischen Sinne seit 20 Jahren nicht mehr. Da wurde ein neues Gesetz gemacht, seitdem heißt das Betreuung.
Seit dem hat sich die Zahl der Fälle allerdings auch verdreifacht und viele Kritiker sagen, es gibt sehr, sehr viele unter diesen 1,3 Millionen Menschen in Deutschland, die betreut werden, die tatsächlich entrechtet sind und Betreuern ausgeliefert sind, die sich nicht um das Wohl der Betreuten, sondern um ihr eigenes kümmern!“


Danach stellte die Moderatorin ihre Gäste vor, Bild-Grau_C-right.jpg die von der rigorosen Exekutive des Betreuungsgesetzes betroffen worden sind und in der Talkshow über ihre schlechten Er­fahrungen Berichten sollten. Das waren, Monika Peil (Ehefrau eines Betreuungsopfers), Hiltrud Boldt-Schiffer (Ihre Mutter wurde gegen den Willen der Familie ins Heim einge­wiesen) und Evelyn Angerer (Tochter eines vermissten Millionärs).
Mit von der Partie waren:
Prof. Dr. Volker Thieler (Rechtsanwalt für Betreu­ungsrecht), Klaus Förter-Vondey (Vorsitzender des Bundesverbands der Berufsbetreuer/innen e.V.) und Bettina Michel (Tochter von Rudi Assauer).

Sandra Maischberger fragte in die Runde: „Was soll man also tun, wenn man merkt, da oben im Kopf funktionieren die Dinge nicht mehr so, wie sie einmal funktioniert haben?“ Sie liefert die Antwort gleich mit. Rudi Assauer (ehem. Manager von Schalke 04) hat selbst aus Angst vor dem Alter und Alzheimer eine weit reichende Entscheidung getroffen und sein Geschick in die Hände seiner Tochter Bettina gelegt.
Genau vor einem Jahr erschütterte viele Menschen in Deutschland dieses Bekenntnis der Sportlegende: „Ich habe Alzheimer“.

Bild-Grau_C-right.jpg Die Tochter Bettina Michel des Ex-Fußball-Managers, bei der er lebt, ist stets an seiner Seite. Gemeinsam mit Rudi Assauers langjähriger Sekretärin und einem langjährigen Freund kümmert sich Bettina Michel um die Belange des 68-Jährigen, vorübergehend auch als vom Familiengericht eingesetzte Betreuerin. R. Assauer entscheidet noch alles, was ihm vorgelegt wird und auch bis jetzt noch versteht. Tochter Bettina will ihn solange wie es geht betreuen. Die so genannte Vorsorgevollmacht haben seine frühere Büroleiterin und ein enger Freund.
S. Maischberger meint, in diesem Fall hat sich R. Assauer so zu sagen selbst entmündigt und zu Prof. Dr. Volker Thieler gewandt:
Früher hat man gesagt, man hat gehört, da ist jemand entmündigt, heute würde man sagen, der hat sich ja selbst entmündigt. Ist das dasselbe, so eine Vorsorgevollmacht?“

Bild-Grau_C-right.jpg Prof. Dr. Volker Thieler bejaht, dass das neue Gesetz diese Möglichkeit vorsieht, sodann man eine Vorsorgevollmacht anfertige. Entscheidend dabei ist, dass man einen Stellvertreter darin einsetzt. Das gilt sogar für den Fall, dass man durch eine vorübergehende Bewusstlosigkeit nicht in der Lage ist, z. B. einer Operation zuzustimmen. Der Arzt ist gebunden, zu fragen: "haben Sie eine Vollmacht?"

Wichtig zu wissen: Für den Krank­heitsfall sieht das Gesetz keine automatische Vertretungsmacht von Ehepartnern untereinander oder von Kindern gegenüber den Eltern vor. Wurde vom Betroffenen vorab im Rahmen einer Vorsorgevollmacht kein Vertreter für den Krankheitsfall bestimmt, so muss das Gericht in einem Betreuungsverfahren einen geeigneten Vertreter festlegen.

Bild-Grau_C-right.jpg Klaus Förter-Vondey (s, Bild links, ist Vorsitzender des Bundesverbands der Berufsbetreuer/innen e.V.), angesprochen von der Moderatorin, was denn geschieht, wenn in einem Fall keine Betreuungsvollmacht vorliegt, antwortete er: "man setzt sich zusammen, wenn Angehörige da sind und überlegt, was zu machen wäre".

Dem widersprach Prof. Dr. Volker Thieler entschieden: … dass in keinem Fall, den er erlebt hat, eine Einbindung der Angehörigen stattgefunden hat, sondern die Berufsbetreuer rigide gehandelt haben, die die Leute aus dem Haus rausgeholt haben, entscheiden über ihr Vermögen, ärztliche Versorgung und ihren Aufenthalt.“

Den Begriff Betreuung möchte S. Maischberger von Frau Bild-Grau_C-right.jpg Boldt-Schiffer (Foto unten) erläutert haben, ihre Antwort kam prompt: "Betreuung klingt ja nach sorgen, pflegen aufpassen usw." Das war dann gleichzeitig die Überleitung von ihr zu den sehr negativen Erlebnissen mit den Berufsbetreuern im Falle ihrer Mutter. Betreuung ist ein gängiges Wort von den Gerichten, um die Leute zu entmündigen. Der Richter fragt nämlich: „Möchten Sie denn nicht betreut werden?“ Worauf die betreffende Person, im Glauben guten Sinnes, bereitwillig eingeht. Erst später merken die Angehörigen, in welche fatale Falle sie da geraten sind! "Es war wie ein böser Traum“, sagte Frau Boldt-Schiffer: „Grundstücke wurden verkauft und meine Mutter wurde gegen den Willen der Familie von der Polizei abgeholt und ins Heim eingewiesen. Dieses Unrecht und diese Ohnmacht nichts dagegen tun zu können, auch nicht im Nachhinein, werden mir ewig in Erinnerung bleiben. Im wahnsinnigen Zorn denke ich noch heute daran zurück.“ Die 67-jährige Bonnerin kritisiert die Betreuungspraxis für viele der 1,3 Millionen Betroffenen in Deutschland. "Jeder kann Betreuer werden. Es wird überhaupt nicht kontrolliert, wer das Schicksal eines Menschen übernimmt – und das in unserem Rechtsstaat." Hiltrud Boldt-Schiffer ist ehrenamtliches Mitglied in der "Bonner Initiative gegen Gewalt im Alter – HSM".

S. Maischberger bezog nun auch Frau Monika Peil in die Diskussion mit ein und Bild-Grau_C-right.jpg fragte sie: „Dass Sie als Familienangehörige und Ehefrau mit draußen sind, haben Sie das für möglich gehalten?“ „So wie wir behandelt wurden, hätte ich nie im Leben damit gerechnet“ Ihr Mann hatte einen schweren Schlaganfall erlitten, ist seitdem auf den Rollstuhl angewiesen und hat außerdem noch die Sprache verloren. Zusammen mit ihrer Tochter pflegte Frau Peil ihren Mann 5 Jahre lang, bis eines Tages – gegen ihren erbitterten Widerstand - vom Gericht eine Berufsbetreuerin eingesetzt wurde. Diese bekam Zugriff auf das gemeinsame Konto der Eheleute und steckte Wilfried Peil – wie im Falle der Frau Boldt mit Polizeieinsatz - in ein teures Heim. Monika Peil kämpfte zwei Jahre, bis sie einen Betreuungswechsel zu einem ehrenamtlichen Betreuer durchsetzte.

Die Moderatorin fragte daraufhin Frau Boldt Schiffer, die ja Mitglied in der "Bonner Initiative gegen Gewalt im Alter – HSM ist, ob das ein extrem krasser Fall ist. Frau Boldt Schiffer räumte ein, dass das schon mal passiert und man sich im laufe der Jahre sogar daran gewöhnt aber effektiv nichts daran machen kann, weil die Gerichte prinzipiell die Betreuer stärken und nicht die Angehörigen. Den Betreuern geht es lt. Frau Boldt in 1. Linie nicht um die soziale Betreuung, sondern haben ein kommerzielles Interesse, weil da ein riesiger „Markt“ von alten Leuten besteht, die Geld haben. Bei 400 000 Betreuungen handele es sich dabei um 60 Milliarden Euro.
Sie hat den Verdacht, dass es den Berufsbeteuern um Existenzsicherung, Ansehen in der Öffentlichkeit und um Einflussnahme in der Politik geht!
Nach Frau Boldt Schiffer hat es ein Berufsbetreuer bei betreuten Vermögenden mit Millionen zu tun, wo er mit relativ wenigem Einkommen regelrecht zum Betrug animiert wird. Das ganze System ist lt. Frau Boldt Schiffer darauf angelegt, zu betrügen, zumal es überhaupt keine Kontrolle gibt!

Prof. Dr. Volker Thieler hielt fest, dass man Bild-Grau_C-right.jpg nach dem Betreuungsgesetz nicht auf Berufsbetreuer angewiesen ist, sondern jeder Mensch über 18 Jahren kann vom Gericht als ehrenamtlicher Betreuer bestellt werden. Er bemängelt, dass die Bundesregierung das Betreuungsgesetz der allgemeinen Öffentlichkeit mit allen seinen Konsequenzen – wie die totale Entmündigung - nicht bekannt gemacht hat.

Zum Schluss der Sendung schilderte die ARD-Moderatorin noch den außergewöhnlichen Fall des verschwundenen Millionärs Georg Luxi. Bild-Grau_C-right.jpg Evelyn Angerer (Bild rechts - Tochter des vermissten Millionärs) kam in der Sendung noch zu Wort. Ihr 86-jähriger Vater ist offenbar das Opfer von Deutschlands spektakulärstem Betreu­ungsmissbrauchsfall. Der bayerische Millionär Georg Luxi wurde von seiner Lebensgefährtin und ihrem Sohn heimlich unter Betreuung gestellt. Sie ließen sich seinen gesamten Besitz übertragen. Als Evelyn Angerer und ihre Schwester davon erfuhren, gingen sie juristisch gegen die Entmündigung ihres Vaters vor. Kurze Zeit später verschwanden der demenzkranke Vater und seine Lebensgefährtin spurlos von der Bildfläche.

Die Polizei fahndet nach den Vermissten, auch mit Hilfe der ZDF-Sendung "Aktenzeichen XY ... ungelöst". Damit ging die Sendung „Menschen bei Maischberger zu Ende.



Die Quintessenz der Sendung

Sie können sich zurzeit selbst noch ein Bild von der Diskussion machen und die komplette Sendung bei der ARD anschauen. Hier der Link zur Mediathek der ARD. Die Aufzeichnung dauert ca. 1 Stunde und 13 Minuten. Wann diese Aufzeichnung in der "Mediathek" gelöscht wird, ist nicht bekannt.

Dringend empfehlenswert ist es jedoch, sich durch eine frühzeitige Absicherung gegen eine richterliche Verfügung der Berufs-Betreuung zu schützen, indem Sie selbst vorzeitig schriftlich einen ehrenamtlichen Betreuer wählen und bestimmen.
Formulare und wie Sie das weitere machen, erfahren Sie unter diesem Link:

oder auch hier!


Ungelöst wie bei "Aktenzeichen XY" ist beim Fazit des gesehenen primär auch das ganze „Betreuungs-Gesetz! Wenn so ein Gesetz von der Regierung mit heißer Nadel gestrickt und nebenbei noch die breite Öffentlichkeit in keiner Weise informiert wurde, welch fatale Auswirkungen das auf den ahnungslosen Menschen haben kann, dann ist das grobe Fahrlässigkeit; wenn nicht gar wieder zu Gunsten einer Lobby entschieden worden ist.
Dieses Gesetz öffnet kriminellen Elementen Tür und Tor zu Betrügereien!
Nicht von ungefähr fiel in der Runde das Wort „Betreuungs-Maffia“! Da kommt mir wieder meine Meinung bei einer anderen Sache in den Sinn:
Wer regiert hier eigentlich in Deutschland?“!

Friedhelm Rubach


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