Wie Merkel das schafft?!
Heimbach/ Eifel, 07.08.2013

Der Journalist und Chefredakteur Bernd Mathieu Bild-Grau_C-right.jpg wirft in seinem Kommentar in der „Aachener Zeitung“ vom 3. August d. J. die Frage auf, wie Kanzlerin Merkel es schafft, in den Umfragen ganz oben auf der Beliebtheits-Skala zu stehen.
Herr Mathieu führt in seinem Kommentar einige Beispiele an, wo Merkel eigentlich eine sehr schwache Position innehat. Da sind die jüngsten Ereignisse wie die spektakulären Enthüllungen Snowdens über die Geheimdienste US-NSA und britischer GCHQ, wo sie eine sehr unglaubwürdige und naive Stellungnahme abgibt, den Dilettantismus in der so genannten Energiewende, sie „klaute“ einfach Idee und Vorhaben der Opposition, die Rentenreform wurde nicht realisiert, der Rechtsanspruch bei Kita-Plätzen blieb auf der Strecke. Die Fehlinvestition der Drohne „Juuro Hooak“ (Euro Hawk), die annähernd 600 Millionen kostete, muss allein Minister Thomas de Maizière ausbaden. Kein eingreifen bei den überhöhten Strompreisen usw.

Den aufgeführten Fakten von Herrn Mathieu habe ich noch das Projekt Drohne „Euro Hawk“ hinzugefügt.

Die Kanzlerin Merkel reißt doch sonst alle möglichen Gelegenheiten an sich, aber nur die, die auch Erfolg versprechen und um sich omnipräsent zu zeigen, wie beim Besuch des US-Präsidenten Obama . Dagegen zieht sie sich „diskret zurück“ und geht in Deckung, wie bei den oben genannten Fakten, damit sie ja nicht mit ihrem Namen verknüpft werden! Da schickt sie lieber ihre Minister vor, wie z.B. Ronald Pofalla Bild-Grau_C-right.jpg bei der Anhörung über die Vorfälle bei den deutschen Geheimdiensten. Der dann scheinheilig lächelnd verkündete, dass alle Zweifel zu 100 % beseitigt seien! Das ist kurz und knapp, eine Verarsche des Volkes und damit der Wähler!
Weiter nennt B. Mathieu die wenig selbstbewussten CDU-Parteifreunde, bzw. Parteifreundinnen, die kaum Widerstand gegen ihre Chefin leisten

Das hat aber m. E. einen anderen Grund, denn wie weiland Helmut Kohl, hat „Kohls Mädchen“ die Strategie ihres Vorgängers vervollkommnet, innerparteiliche Gegner, die ihr gefährlich werden könnten, schnell aufs Abstellgleis zu schieben. Das mussten beispielsweise Friedrich Merz, Roland Koch, Günther Öttinger, Jürgen Rüttgers und nicht zuletzt Norbert Röttgen schmerzlich erfahren.

Diese Erkenntnis ist vielleicht schon ein Teil der Antwort, die Chefredakteur Bernd Mathieu in seinem Artikel suchte. Andererseits haut er in die gleiche Kerbe wie fast alle Medienvertreter, wenn es um die vermeintliche Schwäche der SPD und ihres Kanzlerkandidaten geht.
Seit dem Peer Steinbrück als Kanzlerkandidat für die SPD feststand, Bild-Grau_C-right.jpg wurde in den Medien eine infame Hetz-Kampagne gegen Steinbrück angezettelt, die zum Ziel hatte, Steinbrück mit allen erlaubten und unerlaubten Mitteln negativ darzustellen und ihn wie einen faulen Apfel madig zu machen! Steinbrück wurde als „Fettnäpfchentreter“ abklassifiziert, nur wenn er sich mal in der Öffentlichkeit zu äußern wagte!
Auch das ist einer der Gründe, warum Merkel bei den Umfragen einen gewaltigen Vorsprung vor ihrem Herausforderer hat.

Herr Mathieu bemängelt „die Art“ von Peer Steinbrück, was er damit meint, gibt er nicht preis. Wahrscheinlich meint er damit die eckig- kantige Eigenschaft Steinbrücks, wie er Ross und Reiter nennt, also „klare Kante“ zeigt. Scharfsinnig und als ambitionierter Schachspieler ist Steinbrück eher in der Lage, ein paar Züge im voraus zu denken und danach zu handeln.
Diese Art ist m. E. höher Wert zu schätzen, Bild-Grau_C-right.jpg als die von Frau Merkel, die die Fahne nach dem Wind dreht, sich oft vor Entscheidungen drückt und opportunistisch abwartet, ob sich nicht alles selbst erledigt. Diese ihre Maxime kam in der ersten Zeit nach ihrem Regierungsantritt ganz klar zu Tage und der sie bis heute treu geblieben ist.

Ebenso kommt ihr der so genannte „Zeitgeist“ entgegen, Politik ist heutzutage nicht sehr gefragt und es zeigen sich immer mehr Leute desinteressiert. Sie huldigen dafür Popstars und VIP-Leuten als je zuvor und scheuen sich nicht, sogar den neuen, Bild-Grau_C-right.jpg bescheidenen Papst Franziskus für sich zu vereinnahmen. So ist Frau Merkel vielleicht deshalb so beliebt, weil sie sehr oft in den Medien präsent ist.
So einfach könnte die Antwort sein.

In der neuesten Ausgabe (5.8.) von Spiegel-Online ist die härteste Kritik an der Kanzlerin zu lesen, darin heißt es in einer Kolumne von Jakob Augstein zu Anfang:
Deutschland vor der Wahl ist das Land der Gelähmten. Die Kanzlerin ist träge, ihr Volk furchtsam. Merkel und die Deutschen bilden ein Bündnis der Angst. Einziges Ziel: die Flucht vor der Verantwortung.

Hier der Link zu Spiegel-Online Mit dem Titel:
S.P.O.N. - Im Zweifel links: Wir Unverantwortlichen


Friedhelm Rubach


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